Echo Echo

Das Medienecho auf die Verleihung des vielleicht „wichtigsten Musikpreises Europas“ in Sachen Pop (kurz: Echo) fiel relativ einhellig aus. Nur bei der genauen Zählung „großer Momente“ in der dreistündigen Gala gab es leichte Abweichungen: Jens-Christian Rabe von der Süddeutschen zählte zwei, Andreas Borcholte von Spiegel-Online gar vier.

Ich selbst habe zufällig die letzte Stunde der Show gesehen und möchte noch zwei Punkte anmerken, die vielleicht nicht als Höhepunkte durchgehen, die bei mir aber doch eine gewisse Irritation auslösten:

Denkt sich eigentlich gar niemand etwas dabei, wenn die Moderatorin der Show selbst mit einem Echo ausgezeichnet wird? Dies geschah sogar gleich zweifach. Es fehlte nur noch, dass sie sich die Preise selbst übergeben hätte! In der Kategorie „Schlager“ übernahm dies, soviel ich sah, Rolando Villazón. Der Startenor hielt dabei übrigens eine äußerst charmante Rede. Er beschwor die verbindende Kraft der Musik. Deshalb stellte er Johann Sebastian Bach neben Christina Bach und Roland Kaiser neben sich selbst. Schließlich sollte auch Preisträgerin und Multitalent Helene Fischer in die illustre Runde mit aufgenommen werden. (Dass diese die meiste Zeit einen transparenten Tüllrock trug, darunter eine Art Aerobic-Body und dazu Moonboots soll hier gar nicht als Irritation gezählt werden. Es scheint einer aktuelle Modewelle geschuldet.)

Das Zweite was mir auffiel war die Preisrede von Sir Bob Gelsdorf, der den Toten Hosen den Preis in der Kategorie „Live Act National” verlieh. Er sagte:

Britain and Ireland has U2, America has got Bruce Springsteen and You got the Toten Hosen!

Da ist was Wahres dran! Jedenfalls solange man dem Echo glauben will.

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